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Diabetes und Parodontitis

Ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus kann eine Parodontitis verschlimmern und eine unbehandelte, schwere Parodontitis kann einen Diabetes verstärken und die Blutzuckerkontrolle erschweren. Daher ist eine optimale häusliche und professionelle Mundpflege sehr wichtig.

 

Bakterielle Beläge(Plaque) gelangen von der Zahnoberfläche in die Zahnfleischtaschen. Dort verursachen sie eine Entzündung (Gingivitis). Ohne eine Behandlung schreiten die Bakterien und die Entzündung weiter, tiefer in das Zahnfleisch, in den Kieferknochen und zerstören dabei die Fasern, die sich dort befinden. Dadurch entstehen zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel  Zahnfleischtaschen. Wenn Plaque und Zahnstein an der Zahnoberfläche und in den Zahnfleischtaschen  nicht entfernt wird, schreitet die Entzündung weiter, die Fasern werden zerstört und der Körper zieht als Reaktion den Knochen zurück. Durch den Faser- und Knochenrückgang verlieren die Zähne ihren Halt und können sich lockern. Zu dem verursachen die Bakterien chronische Entzündungen in der Zahnfleischtasche, welche die Immunabwehr kontinuierlich bekämpfen muss.

 

Wie auch beim Diabetes mellitus handelt es sich bei der Parodontitis um eine chronische Erkrankung. Oft werden beide Erkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt, da sie meistens symptomlos und ohne Schmerzen verlaufen. Je früher Parodontitis und Diabetes mellitus erkannt werden, umso erfolgreicher können sie behandelt werden. Der Diabetes mellitus muss von einem Facharzt eingestellt werden. Die Parodontitis bedarf engmaschiger Untersuchungen  und einer ausgiebigen professionellen Zahnpflege. Bitte lesen Sie mehr dazu in unserem Blog: Paradontologie im Wandel vom 23.05.2014.

Mögliche Symptome / Anzeichen für eine Parodontitis sind:

  1.  Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder spontan
  2.  Stark gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
  3. Mundgeruch und / oder unangenehmer Geschmack im Mund
  4. Zähne werden locker
  5. Zähne werden optisch länger
  6. Kronenränder sind auf einmal zu sehen

Diabetiker haben einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel, weil die Produktion des zuckersenkenden Hormons Insulin gestört ist.  Diabetes mellitus Typ 1 (insulinabhängiger Diabetes) ist selten und tritt meistens schon im Kindes- oder Jugendalter auf. Die Insulin produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse sind zerstört und können somit kein Insulin produzieren. Diese Patienten müssen ein Leben lang mit Insulin behandelt werden.  Diabetes mellitus Typ 2 („Altersdiabetes“) betrifft über 90% der Diabetiker. Dieser Form des Diabetes tritt nicht nur im Alter, sondern auch bei jungen, übergewichtigen Kindern und Jugendlichen auf.  Der Körper versucht den erhöhten Blutzuckerspiegel mit einer erhöhten Produktion von Insulin zu senken. Nach Jahren dieser ständigen Kompensation der Insulin-Überproduktion lässt auch die Funktion der insulinproduzierenden Zellen nach. 

Wie auch bei der Parodontitis entwickeln sich die Symptome bei Diabetes, vor allem Typ 2, schleichend und meist schmerzarm. Diabetes mellitus Typ 1 wird schneller bemerkbar.

Anzeichen für eine mögliche Diabetes Erkrankung:

  1. Starker Durst
  2. starker Harndrang
  3. schlecht heilende Wunden
  4. Neigung zu Infekten
  5. trockene Haut und Juckreiz
  6. Müdigkeit
  7. Sehstörungen
  8. starke Gewichtsabnahme (Typ 1)

Längere Zeit unerkannte erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die Blutgefäße und führen zu Durchblutungsstörungen. Augen-, Nieren-, und Nervenschäden oder das diabetische Fußsyndrom können auftreten. Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöhen sich dadurch. Eine schon bestehende Parodontitis wird verschlechtert. Schlecht eingestellte Typ 1 - und Typ 2 - Diabetes erhöhen das Risiko für Parodontalerkrankungen und Zahnverlust.

Die Entstehung von Diabetes Typ 2 kann vor allem durch eine gesunde Lebenswiese hinausgezögert oder ganz vermieden werden. Bewusste Ernährung und viel Bewegung senken das Erkrankungsrisiko. Eine unbehandelte Parodontitis erschwert bei bereits diagnostizierten Diabetikern die Blutzuckereinstellung, aber auch Nicht-Diabetiker können dadurch erhöhte Blutzuckerwerte aufweisen, bzw. das Risiko an einen Diabetes mellitus zu erkranken erhöhen.

Falls bei Ihnen eine Parodontitis diagnostiziert wurde, sollten Sie die Behandlungs- und Nachsorgetermine wahrnehmen. 

 

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